SoMePolis veröffentlicht das Twittermonitor-Archiv

Vor ungefähr eineinhalb Jahren haben wir den Launch des Twittermonitors angekündigt. Ab jetzt veröffentlichen wir alle seit dann archivierten Daten.

Achtung: Der Dateidownload funktioniert nun wieder.

Im Oktober 2013 ist unser Twittermonitor online gegangen, eine schweizweit einzigartige und innovative Web-App, die alle auf Twitter vertretenen Schweizer BundesparlamentarierInnen unter die Lupe nimmt (Ankündigung und Erläuterung).

Mittlerweile ist viel passiert: Neue PolitikerInnen sind auf Twitter vertreten und das Parlament (National- und Ständerat) hat viele Weg- und Neuzugänge gesehen. Unser Twittermonitor hat dies alles festgehalten; viertelstündlich wurden und werden die aktuellen Statistiken der erfassten ParlamentarierInnen von Twitter geholt, im Twittermonitor visualisiert und auf unserem Server archiviert.

Nun haben wir uns entschlossen, diese archivierten Daten als ZIP-Archiv zum freien Download anzubieten. Darin enthalten sind zum jetzigen Zeitpunkt rund 45’000 CSV-Dateien, die viertelstündlich erstellt wurden. Sie erlauben es, Zeitreihen zu erstellen und zum Beispiel folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche ParlamentarierInnen haben in Sachen Aktivität und Interaktivität wann wie stark bzw. am stärksten zugelegt? Wer hat abgegeben?
  • Welche ParlamentarierInnen können bei den Followern das stärkste Wachstum verzeichnen? Ging die Entwicklung kontinuierlich oder sprunghaft voran?
  • Wie beinflussen politische Grossereignisse (Wahlen, Abstimmungen) und andere Anlässe (Delegiertenversammlungen, SRF Arena) die Aktivität und Interaktivität auf Twitter?

Das zum Download angebotene Archiv wird selbstverständlich alle 15 Minuten mit den neuesten Daten ergänzt täglich mit den neuesten Daten ergänzt. Einmal in der Nacht werden alle neu dazugekommenen Dateien zusammengefasst. Sie finden das Archiv ganz unten im Twittermonitor. Zudem ist hier eine Datenbeschreibung verfügbar.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir bald Auswertungen mit diesen Daten sehen würden. Benutzen Sie die Kommentarfunktion oder schreiben Sie uns eine Mail (info(at)somepolis.ch) wenn Sie eine Frage haben und auf jeden Fall wenn Sie eine Auswertung erstellt haben.

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(Roh)Diamanten in Social Media

Wie visualisiert man am besten die zahlreichen Dimensionen der Nutzung von Social Media? Wir haben uns fünf wichtige Aspekte herausgegriffen und diese pro Parlamentsmitglied (und Partei) mit einem Spiderplot (bwz. Starplot oder Radarplot) visualisiert.

Wir haben schon verschiedentlich Social Media-Kennzahlen visualisiert – zuletzt natürlich mit dem letzten Oktober lancierten Twittermonitor. Es ist aber immer eine Herausforderung, die zahlreichen Dimensionen des Social Media-Verhaltens unserer Parlamentarierinnen und Parlamentarier so darzustellen, dass Muster möglichst auf einen Blick erfasst werden können (der Twittermonitor visualisiert ‘nur’ zwei Dimensionen, wobei eine der beiden eigentlich eine Zusammenfassung von drei Kenngrössen ist).

Wir haben uns dieser Herausforderung mit einer etwas ungewöhnlicheren Visualisierungsform gestellt: Zusätzlich zum einfachen Vergleich der Einzelpersonen wollten wir damit einen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen allen Parteien ermöglichen. Aber beurteilt selbst, ob uns die selbstgestellte Aufgabe gelungen ist: Continue reading

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Diamants (bruts) dans les médias sociaux

Comment visualiser les nombreuses dimensions de l’utilisation des médias sociaux? Nous avons choisi cinq aspects importants et visualisé ceux pour chaque membre du parlement (et les partis) avec un spiderplot (ou plot étoile/plot radar).

A plusieurs occasions, nous avons visualisé de différents paramètres de l’utilisation des médias sociaux – plus récemment, bien sûr, avec le Twittermonitor lancé en octobre. Cependant, il est toujours difficile de représenter les nombreuses dimensions du comportement de nos parlementaires dans les médias sociaux afin que les motifs peuvent être détectés à un coup d’oeil (le moniteur Twitter visualise «seulement» deux dimensions, mais l’une des deux est en fait une combinaison de trois caractéristiques).

Nous avons accepté ce défi avec une forme de visualisation un peu spéciale: En plus de la simple comparaison des personnes nous voulions offrir ainsi un aperçu des différences et des similitudes entre tous les partis. Mais c’est à vous de décider si la tâche autoimposée est réussie: Continue reading

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SoMePolis lanciert «Twittermonitor»

Nach einer längeren Planungs- und Umsetzungsphase können wir von SoMePolis ein Projekt vorstellen, das schon lange in unseren Köpfen herumgeisterte: der Twittermonitor ist ab jetzt unter twittermonitor.somepolis.ch erreichbar.

Mit dem Twittermonitor lancieren wir eine schweizweit einzigartige und innovative Web-App, die alle auf Twitter vertretenen Schweizer BundesparlamentarierInnen unter die Lupe nimmt. Und dies in Echtzeit, mit viertelstündlich aktualisierten Daten. Mithilfe eines intuitiven grafischen Konzepts kann auf einen Blick erkannt werden, wie aktiv und interaktiv sich eine Politikerin oder ein Politiker auf Twitter bewegt. Das zweisprachige, mobile-freundliche Interface erlaubt es zudem, die Daten einfach zu sortieren und zu filtern und so verschiedene Vergleiche anzustellen: Wer ist der/die aktivste Nationalrat/-rätin im Kanton Zürich? Welcher Ständerat, welche Ständerätin hat am meisten Follower? Wer gibt sich “volksnah”, und wer kümmert sich am meisten um seine/ihre Follower?

Aktivität und Interaktivität als Bestandteile eines transparenten Ratings

Wir waren uns einig, dass die Zahl der Follower für eine Rangliste von Schweizer PolitikerInnen auf Twitter deutlich zu kurz greift. Andere Rating-Systeme wie das von Klout berücksichtigen weitere Faktoren, verhalten sich aber wie eine Blackbox: sie erlauben es nicht, die Methode der Bewertung nachzuvollziehen und sind deshalb einer Demokratie unwürdig. Wir wollten kein weiteres Ranking produzieren, unter dessen Motorhaube man nur schwer oder gar nicht sehen kann.

Aus diesem Grund haben wir uns zwei simple, aber aussagekräftige Metriken, die das Verhalten einer Person auf Twitter gut beschreiben, überlegt: Aktivität und Interaktivität. Die Aktivität ist kurz und knapp definiert als das Alter des fünftletzten Tweets. In unserem System erhält ein/eine PolitikerIn den höchsten “Score”, wenn jener Tweet nicht älter als 5 Tage ist. Dies heisst, dass in den letzten fünf Tagen im Schnitt mindestens einmal pro Tag getwittert wurde – was wir für Angehörige des Parlaments als ziemlich aktiv bewerten.

Die Interaktivität ist definiert als der Anteil der “interaktiven” Tweets an den letzten 100 Tweets. Interaktive Tweets sind solche, welche entweder aus einem Retweet bestehen (Weiterverbreiten eines Tweets einer anderen Person), aus einem Reply (Antwort auf einen Tweet einer anderen Person) oder aber eine Mention beinhalten (Erwähnen einer anderen Person). Auch wenn jemand bisher weniger als 100 Tweets geschrieben hat, wird ein Interaktivitätslevel berechnet, maximal werden jedoch die 100 letzten Tweets analysiert. Die meisten Punkte erhält ein/eine PolitikerIn, wenn über 75% aller Tweets interaktiv sind.

Legende

Aktivität und Interaktivität

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Der NewsMän

Wer kennt ihn nicht: @KueddeR, den «NewsMän». Über 29’000 Tweets hat er verschickt, 1’600 Follower gesammelt und folgt selbst circa 1’000 Accounts. Der NewsMän selbst beschreibt sich lapidar: «Bin der NewsMän. Verschicke News. Was sonst?». Ansässig ist er gemäss Eigendeklaration in Zürich. Aber was steckt hinter dem «Phänomen NewsMän»? Wir haben uns auf Spurensuche gemacht.

Der NewsMän ist seinen Angaben zufolge kein Journalist aber eifriger Medienkonsument:

«Da ich viel lese, fände ich es schade, wenn interessante Artikel ungelesen ins Archiv wandern für immer.»

— der NewsMän im «Interview» mit Ronnie Grob Continue reading

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Mehr Social Media und das mit Konzept

Neue Wirklichkeiten – neue Methoden. Was können die Schweizer Parteien von Obamas Wahlkampf des Jahres 2012 lernen? Eine Analyse und einige Antworten. Das ist der letzte Teil der dreiteiligen Analyse des Obama-Wahlkampfes im Jahr 2012.

Es blickten wahrscheinlich einige Schweizer Politikerinnen und Politiker leicht neidisch auf den Obama-Wahlkampf in die USA. Der SP-Präsident Christian Levrat war vor Ort und hat sich die Wahlkampfmethoden im Oktober 2012 genauer angesehen und darüber in mehreren Blogposts berichtet. Nicht nur er hat sich die Frage gestellt, was man aus dem Obama-Wahlkampf 2012 lernen kann und was für die Schweizer Parteien umsetzbar ist. Auf diese Frage werden in diesem Blogpost einige vorläufige Antworten gegeben.
Aus den zwei vorherigen Blogposts über den Wahlkampf in den USA lassen sich fünf zentrale Faktoren herausschälen, auf die, mit Blick auf die Schweizer Verhältnisse, eingegangen werden soll: Personalisierung/politisches System, finanzielle Mittel, technische Mittel, Manpower und nicht zuletzt der Einsatz von Social Media.

In einem Werbespot wird Barack Obamas Leistungsbilanz wird angeprangert.

Negative Wahlwerbespots sind in den USA an der Tagesordnung. Hier wird die Leistungsbilanz von Barack Obama angeprangert. Quelle: newyorker.com vom 20.07.2012

Zu wenig Personalisierung und Mediatisierung
Die politischen Systeme der USA und der Schweiz sind teilweise ähnlich und aus historischer Perspektive verwandt, doch sind sie im Bezug auf einen Wahlkampf sehr verschieden: Das Parteiensystem ist in der Schweiz auf allen Ebenen fragmentiert und die Mediatisierung bzw. Personalisierung der politischen Kommunikation in den USA hat einen Grad erreicht, der in Schweiz noch kaum vorstellbar ist. Ausserdem wird nicht mit so harten Bandagen gekämpft. Auch wenn das allgemein als erfreulich betrachtet wird: Die Zuspitzung eines Wahlkampfes auf eine Person lässt einfachere Botschaften zu.
In der Schweiz hingegen ist die Politik – gewisse Ausnahmen gibt es zwar – von Sachpolitik dominiert. Nur bei der direkten Wahl in Exekutivämter geht es um Personen, aber diese Wahlen haben ausserhalb des jeweiligen Kantons keine Ausstrahlungskraft. Diese Voraussetzungen machen eine Übertragung des Wahlkampfes aus den USA auf die Schweiz nur schlecht vorstellbar. Continue reading

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Kein digitaler Wahlkampf ohne Manpower

Zukünftige Wahlkämpfe werden von der Verwendung digitaler Möglichkeiten stark geprägt sein und die Basis für alle Aktivitäten bilden. Dies hat uns Barack Obama und sein Wahlkampf um die Präsidentschaft eindrücklich gezeigt. Aber es ist nicht alles neu, sondern digital aufgepimpt. Teil zwei einer dreiteiligen Analyse.

Junge Amerikanerinnen und Amerikaner im Alter von 18 bis 29 Jahren stimmten zu 60 Prozent für Obama. Das ist ein eindeutiger Wert. Dieser Überhang ist nicht nur auf dessen Charisma und persönlichen Einsatz von Social Media zurückzuführen, sondern auch auf die Anstrengungen des Obama-Lagers im digitalen Wahlkampf. Neben der alten Weisheit aus der Werbebranche, dass man dorthin gehen muss, wo die Leute sind, bieten das Internet und Social Media neue Möglichkeiten Menschen wirksam anzusprechen und zu überzeugen.
Die zeigte eine Untersuchung bei 61 Millionen Facebook-Usern. Sie hat ergeben, dass die Mobilisierung über Facebook besser funktioniert, als über herkömmliche Werbung im Fernsehen. Nur, wie macht man das? Im Folgenden ein paar Elemente.

Kein völlig neues Konzept
Der Vollständigkeit halber sollte hier festgehalten werden, dass Daten-gestützte Wahlkämpfe nichts Neues sind. Das in den USA älteste bekannte Beispiel dafür ist die Kampagne von William Jennings Bryan für das Weisse Haus im Jahr 1879. Bryan baute, nach einem ersten erfolglosen Versuch gewählt zu werden, eine Karteidatenbank mit 200’000 Einträgen bzw. Personen auf. Das war die Basis für seine Brief-Kampagne. Gewählt wurde er trotzdem nicht.

Portrait von William Jennings Bryan 1892

Der Kandidat mit den 200’000 Karteikarten: William Jennings Bryan, 1892 Quelle: Wikipedia

Explosion der technischen Möglichkeiten
Worin liegt nun die Differenz zwischen Bryan’s Karteisystem und dem Obama-Wahlkampf? Mike Eberhardt, Senior Sales Specialist IMT Software Group Switzerland bei IBM, bringt es auf den Punkt: “Die Datenqualität war bisher das Problem. Heute können Surfer im Web auch ohne explizite Identifizierung getrackt werden, indem die IP mit einem bestimmten Cookie verbunden wird. So lassen sich Websites in Echtzeit anpassen, auch wenn der User von z.B. Google über eine Suchanfrage her kommt.” Im Idealfall registriert sich der User auf einer getrackten Website und so wird entweder ein Profil neu angelegt oder ein Bestehendes, wie im Fall Narwhal und Obama, mit dem User verbunden. Die Registrierung mit Namen schärft das Profil noch zusätzlich. Continue reading

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“Narwhal” und Data-Mining: Obamas Wahlkampf setzte Massstäbe

Die Wahlen 2012 in den USA haben auch in der Schweiz einige Augenbrauen hochgehen lassen. Insbesondere das Wahlkampfteam von Präsident Obama hat der Welt vor Augen geführt, wie ein moderner Wahlkampf aussehen könnte. Im Zentrum der Berichterstattung über den Wahlkampf standen vor allem die Aktivitäten auf den sozialen Plattformen. Dies auch zu Recht – aber nicht nur. Eine Analyse in drei Teilen.


“Four more years” Dieser kurze Tweet von US-Präsident Obama ging an seine 23 Millionen Follower und wurde 260’000-fach retweeted. Später folgten ein Dankes-E-Mail und ein Update für seine 33 Millionen Fans bei Facebook. “Four more years” – mit dieser Botschaft ging auch ein Lehrstück zu Ende. Die Wiederwahl-Kampagne von Barak Obama wird noch einige Jahre die Fachwelt beschäftigen: Für viele ist Obama nicht nur der erste schwarze Präsident der USA, sondern auch der erste Social-Media-Präsident überhaupt.

Mehr als ein paar Tweets und Facebook-Einträge
Die Wahlkämpfe in den USA haben über die Jahre in vielerlei Hinsicht Massstäbe gesetzt. Nicht nur was die Finanzen oder die Tonalität betrifft, sondern auch was mit dem ganzen Geld gemacht wurde. Geld nützt nur, wenn es ausgegeben wird. Verfolgte man die Berichterstattung in den Schweizer Medien, dann zeichnete sich dieser US-Wahlkampf, mehr noch als derjenige vom Jahr 2008, durch die gezielte Verwendung von Social Media aus. Das ist zwar richtig, doch für den Erfolg brauchte es mehr als eine Dauerbeschallung über Social Media. Obamas Wiederwahl ist das Ergebnis von viel Geld, (freiwilliger) Manpower, Wissen, technischen Hilfsmitteln und Motivation. Continue reading

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Rückblick auf die Wintersession 2012

Vor wenigen Tagen endete die Wintersession 2012 (25. November bis 13. Dezember) des Schweizer Parlaments. Über den grössten Bundeshaus-Aufreger der Session – die mangelnden Arithmetik-Fähigkeiten des Ständerats, auch bekannt unter dem Hashtag #Stöckligate – haben wir bereits in einem ausführlichen Post berichtet. Im aktuellen Post geht es uns darum, eine Zusammenfassung des Social-Media-Wirkens der Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier während der Wintersession zu geben – über Feedback freuen wir uns, enjoy:

Revue Wintersession 2012

Obige Infografik als hochaufgelöste png-Datei sowie als pdf-Datei und Methodisches zur Erstellung von Tweetclouds. Vergessen Sie nicht, uns Ihren Kommentar zu hinterlassen. Vielen Dank!

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Revue de la session d’hiver 2012

Il ya quelques jours a terminé la session d’hiver 2012 (25 Novembre à 13 décembre) du parlement suisse. Nous avons déjà écrit un article détaillé (en allemand) sur le plus grand scandale de la session – le manque de compétences arithmétiques du Conseil des États, également connu sous le hashtag #Stöckligate. Dans cet article, notre objectif est de donner un survol des activités des politicien-ne-s dans les médias sociaux au cours de la session d’hiver – nous nous réjouissons beaucoup de vos commentaires, maintenant enjoy: Continue reading

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